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11. März 2013

Kick-off Klausurtagung in Saarbrücken: Neue nachhaltige Mobilitätskonzepte zur Sicherung des öffentlichen Nahverkehres in der Fläche

Wie wird die Mobilität zukünftig im ländlichen Raum sichergestellt? Welche Alternativen gibt es? Welche Konzepte werden favorisiert? Gibt es konkrete Handlungsempfehlungen? Diesen Fragen stellte sich am Donnerstag eine Expertengruppe von fast 60 Verkehrsexperten aus Wissenschaft und Praxis, die von der Verkehrsmanagement-Gesellschaft Saar mbH (VGS) zu einer Klausurtagung an die Universität des Saarlandes eingeladen wurden.

Olaf Kühne, Nachhaltigkeitswissenschaftler und außerplanmäßiger Professor an der Universität des Saarlandes sowie der Organisator der Veranstaltung Andrzej Sielicki, Verkehrsplaner bei der VGS, ziehen positive Bilanz: „Damit in Zukunft die Mobilität für alle Bürger zugänglich, für die kommunalen Träger aber auch bezahlbar bleibt, müssen neue nachhaltigere Mobilitätskonzepte entwickelt werden“ erklärt Andrzej Sielicki. „Unser Ziel war es, gemeinsam mit Verkehrsexperten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden sowie Entscheidungsträgern aus der Verwaltung das Bewusstsein für Mobilitätsherausforderungen in ländlichen Regionen zu schärfen.“ Darüber hinaus soll die Kick-off Veranstaltung neue, angemessene und tragfähige Lösungswege für nachhaltige Mobilitätsangebote initiieren.

Der öffentliche Nahverkehr steht heute vor neuen Aufgaben. 22 Prozent der Gesamtbevölkerung im Saarland sind über 65 Jahre alt und bis 2030 steigt der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung auf über 30 Prozent. Auch der Einwohnerrückgang im ländlichen Raum führt zu gravierenden Problemen. Sinkende Fahrgastzahlen stehen gleichbleibend hohen Fixkosten gegenüber und gefährden die wirtschaftliche Tragfähigkeit der öffentlichen Verkehrssysteme. Andererseits muss aus Gründen der Daseinsvorsorge ein Grundangebot an Nahverkehrsleistung bereitgestellt werden.

Impulsreferate von Prof. Gerd-Axel Ahrens (Institut für Verkehrsplanung und Straßenverkehr, TU Dresden), Moritz Kirchesch (Mobilitätsfachmann im Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Bonn) sowie von dem Gewinner des Deutschen Verkehrsplanungspreises 2012 Klaus Geschwinder (Verkehrsentwicklung und Verkehrsmanagement, Region Hannover) boten den thematischen Einstieg in die Veranstaltung. In einzelnen Workshops wurden dann rechtliche, planerische und kommunikationstechnische Aspekte der Verkehrsversorgung im ländlichen Raum vertieft.

„Es gab zahlreiche Impulse und Denkanstöße in der Kick-off Veranstaltung, die wir nun in unsere Arbeit einfließen lassen werden“ freut sich der junge Verkehrsplaner Andrzej Sielicki. Innovative Angebotsformen sollen gleichzeitig umweltgerecht, sozialverträglich, wettbewerbstauglich und finanzierbar sein, so die Meinung der Experten. Die Vereinfachung des Rechtsrahmens ermögliche kürzere Planungszeiten und flexiblere Lösungen. Die saarländische Mobilitätspalette solle besser und sinnvoller miteinander verknüpft werden. Es sei letztendlich zu prüfen, welche Mobilitätskonzepte in der saarländischen ÖPNV-Landschaft erfolgversprechend sind und wie diese mit den Partnern zukünftig realisiert werden können.

 


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